100 Kenia-Schilling = 0,75 Euro

Auf kenianischer Seite geht es deutlich schneller. Die Visa kosten je 50 USD (35 EUR). Wir kaufen noch eine SIM-Karte (50 KES = 0,38 EUR) und fahren Richtung Amboseli-Nationalpark. Die Piste dorthin ist recht schlecht. Kurz vor dem Namanga-Gate übernachten wir in der Savanne. Bald geben die Wolken den schneebedeckten Kilimandjaro frei. Es ist angenehm warm und windstill. Wir essen in der Dämmerung, trinken ein Glas Wein dazu. Einfach perfekt. Lange nach Sonnenuntergang raffen wir uns zum Geschirrabwasch auf und machen Licht. Plötzlich umschwirren uns tausende Insekten verschiedenster Größe. Nichts, was sticht oder beißt, aber dennoch sind die Viecher lästig, weil sie ständig auf einem krabbeln und unter die Kleidung kriechen. Die größten sind gut zehn Zentimeter lang! Km 209/1.207/52.268.

Samstag, 29. Oktober 11, Tag 7, Amboseli Nationalpark

Die Nacht ist ein Horror: Unzählige Insekten quälen uns, indem sie auf uns herumkrabbeln, sogar unter die Decke kommen sie. Außerdem ist es ziemlich warm und wir können die Dachklappe nicht öffnen, weil es nieselt. In der Früh haben wir dann noch eine einzelne surrende und stechende Mücke im Schlafzimmer. Ein Albtraum. Als es endlich hell wird, stehen wir wie gerädert auf. Es hat gerade zu regnen aufgehört. Aber es ist überall feucht und ungemütlich. Wir machen nur Kaffee und wollen während der Fahrt frühstücken. Ein Reifen, der seit gestern schon unter Beobachtung steht, hat über Nacht Luft verloren. Wir pumpen etwas nach und werden ihn später wechseln. Durch das Namanga-Gate (S2 32.274 E37 08.698) fahren wir in den Amboseli-Nationalpark. Wegen der Regenfälle der letzten Woche - die Regenzeit hat ein wenig früher als üblich begonnen - können wir nicht durch den in der Trockenzeit durchquerbaren Lake Amboseli fahren, sondern müssen außen rum. Am Flugplatz (S2 38.754 E37 14.872) bezahlen wir das Eintrittsgeld, 75 USD (52 EUR) p.P. plus 300 KES (2,60 EUR) für's Auto. Die Flugpiste ist asphaltiert und es landen zweimotorige Turboprops der Air Kenia. Die Besonderheit des Parks sind die vielen Sümpfe, die vom Schmelzwasser des Kilimandjaro gespeist werden, und in denen sich unzählige Elefanten suhlen. Außerdem sehen wir Zebras, Antilopen, Gnus, Giraffen, einige Flusspferde, Büffel, Affen, Strauße, Pelikane und zahlreiche andere Vögel. Das alles vor der imposanten Kulisse des schneebedeckten Kilimandjaro. Theoretisch. Praktisch nicht. Denn eine lückenlose niedrige und dunkle Wolkendecke verhindert den Blick auf den Kili. So ein Mist. Vom Observation Hill (S2 40.361 E37 14.298), den wir zu Fuß besteigen, haben wir einen netten Blick auf die Sümpfe mit den Elefanten. Auf dem Parkplatz am Fuße des Hügels wechseln wir unseren defekten Reifen und finden auch gleich die Ursache des Patschens: Ein fast zehn Zentimeter langer Akazienstachel steckt in der Flanke. Im Süden verlassen wir versehentlich den Park, er ist nicht umzäunt und man könnte hier theoretisch ohne Bezahlung einfahren. An der Südwestecke des Parks befindet sich ein Kegelberg, der Ol Doinyo Ositeti (S2 42.291 E37 9.359). Dass unser Buschtaxi diesen Berg erklimmt, hätten wir selbst kaum für möglich gehalten. Es bietet sich ein toller Blick auf den fast trockenen Lake Amboseli und die angrenzenden Ebenen. Durch das nahe Kitirua-Gate (S2 41.190 E37 09.113) fahren wir wieder in den Nationalpark und befahren noch den gleich nebenan gelegenen Kitirua, einen ähnlichen Kegelberg, auf den man allerdings eine Piste geschoben hat, so dass man auch mit einem Landrover rauf kommen würde (liebe Grüße nach Wien!). Nach einer weiteren Fahrt kreuz und quer durch die Sümpfe verlassen wir am späten Nachmittag den Park durch das Kimana-Gate (S2 43.201 E37 22.7459 ganz im Osten. Nach einigem Suchen finden wir einen recht angenehmen Nachtplatz im Busch im Schutz einiger Felsen auf einem flachen Hügel. Dann und wann klettern wir auf einen Felsen um zu sehen, ob nicht vielleicht die Wolken den Kilimandjaro freigegeben haben, doch nur einmal gibt eine Wolkenlücke einen teilweisen Blick auf den Berg frei. Ich repariere noch unseren Reifen und später zünden wir uns ein Feuer an. Erfreulicher Weise gibt es hier deutlich weniger Insekten. Km 130/1.337/52.398.

Sonntag, 30. Oktober 11, Tag 8, Carnivore 

Als wir wach werden, ist es schon hell. Da meine Blase schon sehr drückt, habe ich es ziemlich eilig, aus dem Auto zu kommen. Doch als ich ausgestiegen bin, habe ich es plötzlich gar nicht mehr eilig mit Pinkeln, denn wenige Meter neben unserem Auto zieht gerade eine Elefantenherde vorbei. Wahnsinn! Wir hoppeln noch ein paar Kilometer auf der Wellblechpiste von gesten, bis wir auf die Asphaltstraße nach Emali stoßen. Hier erreichen wir den Mombasa-Highway, dem wir Richtung Nairobi folgen. In Sultan Hamud wollen wir tanken. Da wir nur sehr wenig Kenianische Schilling mithaben, frage ich den Tankwart, ob ich mit Kreditkarte bezahlen kann. Er bejaht und ich lasse volltanken. 176 Liter gehen rein. Und dann geht das mit der Kreditkarte doch nicht. Als ich ihm sage, dass ich kein Bargeld mithabe, will er mit uns zu einer anderen Tankstelle fahren, wo Kartenzahlung möglich ist. Er fährt mit einem Moped voraus und wir folgen ihm. Doch dort nimmt man nur eine spezielle mir nicht bekannte Karte, doch weder Visa noch Diners noch Eurocard. Jetzt bin ich verärgert und gebe ihm zehn Minuten, das Problem zu lösen, ansonsten fahren wir ohne Bezahlung, drohen wir an. Da der arme Kerl ganz ratlos ist, schlage ich ihm vor, uns zu einem Bankomaten zu bringen. Er strahlt. Doch der Bankomat nimmt meine Maestro-Karte nicht und ich muss mit der Kreditkarte teuer Bargeld beheben. Zurück bei der Tankstelle erkläre ich ihm, dass die Geldbehebung mich 800 KES (6 EUR) gekostet hat und ich ihm die in Rechnung stellen wuss. Da ist er baff. Und schließlich rückt er in der Tat 500 KES (3,90 EUR) Wechselgeld raus, was ich mir gar nicht gedacht hätte. Weil unser Reiseführer so nett über die Kleinstadt Machakos schreibt, machen wir einen Abstecher dorthin, sind dann aber recht enttäuscht. Die Stadt hat wenig zu bieten und echt kein Flair. Im Gartenrestaurant des Garden-Hotel (S1 30.794 E37 16.041) essen wir aber ausgezeichnet und günstig zu Mittag. Mit abnehmender Entfernung zu Nairobi nimmt auf dem Highway der Verkehr stark zu und viele Fahrer überholen ohne ausreichende Sicht auf den Gegenverkehr. In einem großen und gut sortierten Supermarkt ergänzen wir unsere Vorräte, es gibt sogar Guinness! Kaum wieder im Auto geht ein Wolkenbruch nieder und später im Acacia-Camp (S1 21.331 E36 45.689), wo wir heute übernachten (400 KES = 3,12 EUR p.P.) wollen, noch einer. Hier können wir auch unseren Wassertank füllen und natürlich duschen. Ordentlich gestylt fahren wir ins Carnivore (S1 19.763 E36 48.028), wo wir einen Tisch reserviert haben. Seit dort kein Wild mehr serviert werden darf, ist Krokodil und Strauß das Exotischste, was einem die Kellner auf den Teller legen. Darüber hinaus gibt es Bratwürste, Huhn, Schwein, Rind, Lamm, Lammleber und Stierhoden. Auch wenn uns das Essen dort sehr gut schmeckt und die Atmosphäre einmalig ist, ist es doch ein Massenbetrieb und man merkt deutlich, dass sie einen rasch wieder draußen haben wollen. Km 291/1.628/52.689.

Montag, 31. Oktober 11, Tag 9, Nairobi

Kurz vor 5 werden wir munter. Das Camp liegt neben einer Einfahrtsstraße und es ist schon viel Verkehr. Bereits um halb sechs sind wir auch auf dem Weg ins Stadtzentrum. Nach 20 Minuten stehen wir neben dem Times Tower. Wären wir um 7 gefahren, hätten wir vermutlich zwei Stunden benötigt. Es sind viele Parkplätze frei, wir parken gleich neben dem Tower und legen uns noch auf's Ohr. Plötzlich klopft es am Auto. Ein Herr im Anzug will wissen, was wir hier machen. Außerdem ist Parken hier nicht erlaubt. Wir können ihn überzeugen, dass unsere Absichten völlig ungefährlich sind. Es sind alle ein wenig nervös in Nairobi nach den Anschlägen von voriger Woche. Wir stellen uns 100 Meter weiter auf einen anderen Parkplatz und gehen um 7 zum Times Tower. Was wir hier wollen, ist schnell erklärt: Da es am Turkanasee, wo wir nach Äthiopien ausreisen wollen, keine Grenzstation gibt, möchten wir schon in Nairobi den Ausreisestempel für unser Auto besorgen. Wir sind gut vorbereitet und wissen genau, an wen wir uns wenden müssen und an welchem Schalter dieser Beamte sitzt. Doch es läuft nicht so glatt, denn der Beamte kommt erst um halb neun und erklärt sich für unser Problem unzuständig. Um es kurz zu machen: Nach viereinhalb Stunden warten und umhergeschickt werden haben wir es geschafft. Und nicht nur das, wir haben auch schon die Ausreisestempel mit Datum 3.11. in unseren Pässen. Wir essen zu Mittag und können endlich die Stadt verlassen. Es ist viel Militär postiert und auch außerhalb Nairobis auf den Straßen unterwegs. Nach Limuru passieren wir den ostafrikanischen Grabenbruch und fahren via Naivasha nach Nakuru, wo wir auf den Menengai, einen erloschenen Vulkan fahren. Wir bezahlen 600 KES (4,70 EUR) p.P. Eintritt, die Piste hinauf ist schlecht und der Blick in den Krater bei weitem nicht so spektakulär wie unser Reiseführer vermuten ließ. Wir biegen vom Nakuru-Highway nach Norden ab und finden einen schlechten Nachtplatz zwischen Sisalfeldern. Km 239/1.867/52.928.

Dienstag, 1. November 11, Tag 10, Lake Baringo 

Ohne es zu bemerken, haben wir auf der gestrigen Nachtplatzsuche den Äquator überschritten und haben bereits auf der Nordhalbkugel übernachtet. Um wieder auf die Hauptstraße zurückzukommen, müssen wir nochmals ganz kurz auf die Südhalbkugel und passieren auf der Weiterfahrt den Äquator erneut. Bald erreichen wir den Lake Baringo, wo wir im Tamarind (N0 36.677 E36 01.181) zu Mittag essen und einen Holländer treffen, der mehrere Monate im Jahr hier verbringt. Mit ihm diskutieren wir die weitere Route, die ja in Hinblick auf Orientierung und Sicherheit anspruchsvoll ist. Wir machen eine Bootsfahrt auf dem See und kriegen dabei Krokodile, Flusspferde und allerlei Vögel vor die Linse. Mit Hilfe eines gefangenen Fisches, dem er einige Holzstücke implantiert, damit er auf der Seeoberfläche schwimmt, lockt unser Bootsführer einen Fischadler an, den wir schon eine Weile in einer Baumkrone sitzend beobachtet haben. Majestätisch holt sich der Adler den Fisch. In Loruk endet die ohnehin schlechte Asphaltstraße und es geht auf einer Rumpelpiste weiter. Bis Kapedo ist die Orientierung einfach, doch dann nach einer Kreuzung sind wir lange nicht sicher, ob wir uns für die richtige Strecke entschieden haben. Haben wir nicht, wie wir morgen sehen werden. Der Weg führt zunächst durch fruchtbares Gebiet, dann durch Savanne und schließlich wird es immer karger. Wir treffen auf Kamele und Ziegenherden. Nun geht es steil in ein Gebirge, die Landschaft ist echt grandios. Außer einem Fuchs und einem Erdhörnchen treffen wir keine Lebewesen. Erst als wir unser Nachtlager aufschlagen und duschen, steht plötzlich ein Einheimischer da. Ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Er verschwindet, als Sabine duschen will. Als wir ans Kochen denken, zieht eine schwarze Wolkenfront auf, es blitzt und donnert und das sogar von zwei Seiten. Wir sitzen zwischen zwei Gewittern und nehmen sicherheitshalber eine kalte Jause ein. Vorübergehend stürmt es, aber außer ein paar Nieseltropfen gibt es keinen Niederschlag. Beim Ausmachen des Lagerfeuers sehen wir einen Skorpion, den ersten nach fast 10 Jahren Afrikareisen. Km 205/2.072/53.133.

Mittwoch, 2. November 11, Tag 11, Lodwar

In der Nacht hat es aber doch lange geregnet, wir mussten unsere Dachluke schließen und haben stark geschwitzt. In der Früh ist es angenehm warm. Kurz nach unserer Abfahrt dreht die Piste, die gestern vielversprechend nach Norden geführt hat, nach Westen und schließlich sogar nach Südwesten. Wir müssen erkennen, dass wir gestern wohl doch die falsche Route gewählt haben. Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr, wir sind schon zu lange auf dieser Piste unterwegs. Nach etwa zwei Stunden haben wir 30 Kilometer zurückgelegt und erreichen die Missionsstation Rotu. Der Ort ist fast wie ausgestorben. Dann kommen doch drei Männer, die uns wissen lassen, dass Sister Rehberger nach Nakuru gefahren ist. Immerhin erfahren wir, dass die Piste irgendwann nach Sigor führen wird. Sie beschreibt somit einen riesigen Umweg, der uns wohl fünf bis sechs Stunden extra Autofahrt beschert. Langsam klettert der Weg wieder in die Tiefe, viele Bäche sind zu durchfahren, gelegentlich begegnen wir Rinder- oder Ziegenherden. Zu Mittag kommen wir nach Lomut. Nach dem Ort halten wir im Schatten eines großen Baumes zur Mittagsjause. Bald sind wir von Schulkindern umlagert, die uns neugierig zusehen. Als wir fertig sind, nehme ich eine leere PET-Flasche und werfe sie in die Menge. Sofort entwickelt sich ein lustiges Ballspiel. Endlich erreichen wir die Hauptstraße von Eldoret nach Lodwar. Haben wir bisher nur ca. 17 Kilometer pro Stunde geschafft, lässt die Straße hier zunächst 70 bis 80 km/h zu, nach Lokichar geht es aber wieder sehr langsam voran, weil der Straße der Asphaltbelag abhanden gekommen ist. Nur minimale Reste zeugen davon, dass hier wirklich einmal eine Teerstraße existierte. Die Hauptstraße gilt als nicht ungefährlich, in Eldoret wird einem fallweise zum Schutz ein Bewaffneter ins Auto gesetzt. Außerhalb der Dörfer sind nur wenige Menschen auf der Straße, nur wenige winken zurück, viele sind bewaffnet. Immer wieder treffen wir auf Militärfahrzeuge. Ein Spezialtransport, der angehalten hat, wird von mit Hight-Tech ausgerüsteten Sicherheitsleuten begleitet. Eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichen wir Lodwar, wo wir nicht auf Anhieb ein Internetcafe finden, so dass wir nur tanken und schnell die Stadt verlassen, damit wir noch bei Tageslicht einen Nachtplatz finden können. Wir campieren etwa 25 Kilometer Richtung Turkana-See in einer ansprechenden Wüstenlandschaft. Es ist lau; in der Ferne leuchten Gewitter. Km 335/2.407/53.468.

Donnerstag, 3. November 11, Tag 12, Turkanasee 

Nach einer Stunde Fahrt auf sandiger Piste erreichen wir Eliye Springs am Turkanasee. Der See ist hier völlig anders als am gegenüberliegenden Ufer: Hier gibt es Sandstrand mit Palmen, während drüben dunkelbraune große Steine das Bild der vegetationslosen Landschaft prägen. In der Eliye Springs-Lodge genießen wir ein reichhaltiges zweites Frühstück mit Blick auf die hübschen Bandas und den See. Man zeigt uns auch eine der komfortablen Hütten, die sogar ein eigenes Bad beherbergen. Schade, dass wir in diesem Paradies nicht verweilen können, denn die Ausreisestempel in unseren Pässen tragen das heutige Datum. Wir müssen heute noch über die Grenze. Wir trösten uns damit, dass die Schwüle am See ohnehin nur schwer zu ertragen ist und steigen, nachdem wir das Frühstück und 200 KES (1,60 EUR) Eintritt (!) in die Lodge bezahlt haben, in unser klimatisiertes Buschtaxi. Der Weg führt weiterhin durch sandiges Gelände und immer wieder sind trockene Flussläufe zu durchqueren. Als wir an einer Schule nach dem Weg fragen, bekommen wir von den Schulkindern ein Ständchen vorgetragen. Am frühen Nachmittag ziehen dunkle Wolken auf und es beginnt leicht zu regnen. Es bilden sich Pfützen und Rinnsale. Plötzlich stehen wir an einem undurchfahrbar scheinenden Fluss. Anscheinend hat es anderswo starke Niederschläge gegeben. Auf der anderen Seite steht ein Militär-Landrover, der anscheinend ebenfalls den Fluss queren möchte. Er wagt ein wenig flussaufwärts die Durchfahrt und als wir sehen, dass das Wasser hier nicht so tief ist, trauen wir uns auch. Auf der weiteren Fahrt beginnt es stark zu regnen und es sind immer wieder kleinere Flüsschen zu durchqueren. Auf Höhe Lokitaung stehen wir dann an einem reißenden Fluss. An eine Querung ist nicht zu denken, noch dazu, wo der starke Regen schon die Zufahrt aufgeweicht hat. Wir entschließen uns, ca. zehn bis 15 Kilometer bis zu einer Kreuzung zurückzufahren, wo man vielleicht einen anderen Weg nach Lokitaung einschlagen könnte. Doch nach wenigen Kilometern können wir ein Flussbett nicht mehr queren, das wir eben noch mühelos passiert haben. Wir sind nun zwischen zwei Flüssen eingeschlossen. Wir wenden nochmals, müssen nun neue Flüsse queren, wo eben noch gar keine waren und stehen nach einem Dorf endgültig vor dem Aus in Gestalt eines gewaltigen Stromes, der vorhin auch noch nicht war. Es ist uns bald klar, dass hier nur Abwarten hilft. Nicht so klar ist uns, wie lange. Eine Stunde? Fünf? Einen Tag? Fünf? Obwohl es noch immer regnet, hat sich bald eine Menschentraube um unser Auto gebildet. Anscheinend ist das ganze Dorf gekommen. Die Leute meinen, in dreißig Minuten sei der Fluß querbar. Wir wollen das nicht glauben und rechnen schon damit, dass wir hier am Dorfrand und vielleicht inmitten der Menschenmenge übernachten müssen. Doch nach eineinhalb Stunden schwillt der Fluss ab und wir können durchfahren. Es sind noch einige weitere Flüsse, nun aber mit niedrigerem Wasserstand zu durchfahren. Ziemlich geschafft schlagen wir auf einem leicht erhöhtem Platz unser Nachtlager auf. Km 216/2.623/53.684.

Freitag, 4. November 11, Tag 13, Omorate

Gestern abend ließen wir uns erschöpft in die Sessel fallen und dachten: Was für ein Tag. Heute wissen wir: Eine Steigerung ist möglich! Aber von vorne: Die Flüsse sind wieder abgeschwollen und die Flussbetten leicht passierbar. Dennoch ist es im Nahbereich des Turkanasees sehr feucht und oftmals gatschig. Mehrmals fehlt nicht viel und wir wären stecken geblieben. Gut zehn Kilometer vor der Grenze passieren wir einen Militärposten (N4 30.177 E35 54.782), wo man sehr genau nach dem Woher und Wohin fragt und eine Genehmigung zum Befahren der Grenzregion sehen will. Es reichen dann aber die Äthiopien-Visa in den Pässen. Ein wenig weiter dann der Polizeiposten (N4 32.190 E35 55.596), bei dem wir unsere Ausreise melden. Die Polizisten sind freundlich und verstehen Spaß. Dann noch ein weiterer Militärposten (N4 32.705 E35 55.694) und dann geht es durch tiefen Schlamm nach Äthiopien. 

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