Türkische Südküste

Freitag, 4. Oktober 13, Tag 25: Aspendos

5 Uhr. Es ist eiskalt im Zerberus. Die Heizung ist ausgefallen und lässt sich nicht wieder einschalten. Ich bin so ausgekühlt, dass ich trotz Verwendung aller verfügbaren zusätzlichen Decken nicht wieder einschlafen kann. Draußen hat es ein Grad. Plus. Susi hat kein Problem mit der Kälte. Sie schläft einfach. Heute wollen wir von Norden her nach Selge und weiter in den Köprülü-Canyon fahren. Doch die auf einer recht genauen Karte eingezeichnete Straße entpuppt sich nach mindestens zwei Stunden Kurverei als Feldweg, den wir nicht einschlagen wollen, schließlich ist ein Gebirge zu überwinden und der Zerberus ist halt doch nur ein Mercedes und kein Landcruiser. Wir fahren ein ordentliches Stück zurück und nehmen die Fernstraße nach Süden an die Küste. In Aspendos sehen wir uns das Amphitheater (N36 56.339 E31 10.361) an, das wir in unserem ersten gemeinsamen Urlaub 1992 schon einmal besucht haben. Heute kommt es uns recht klein vor. Vielleicht liegt das daran, dass wir seither das Kolosseum und vor allem El Djem besucht haben? Außerdem gehen uns uns recht rasch die Touristenscharen auf die Nerven, die hier aus und den Bussen quellen. Antalya lassen wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen, indem wir die Umfahrung benützen. Vor Kemer fahren wir kurz an den Strand und nehmen zwecks Abkühlung - hier hat es immerhin 22 Grad - ein Bad. Das Meer ist angenehm, nur der starke Wind spricht gegen ein längeres Verweilen. Wir übernachten auf der Halbinsel von Kumluca in einem Wald. Km 458/8.367.

Samstag, 5. Oktober 13, Tag 26: Lykische Küste, Myra

Die Umgebung von Kumluca besteht praktisch nur aus Treibhäusern. Tomato City sozusagen. Am Stadtrand von Myra sehen wir uns das griechische Theater und die beeindruckenden lykischen Felsengräber an. Natürlich statten wir auch der Nikolausbasilika (N36 14.683 E29 59.125) im Stadtzentrum einen Besuch ab. Über ihr ist zum Schutz vor weiterer Verwitterung ein Dach errichtet worden, das leider die Außenansicht der Kirche völlig zerstört. Kurz vor uns sind ein paar Busse mit russischen Touristen angekommen. Diese stehen Schlange vor dem sichtbar leeren Sarkophag des Heiligen Nikolaus (seine Gebeine ruhen in Bari), vor dem sie sich wie wild bekreuzigen. Auf der Küstenstraße zuckeln wir gemütlich nach Kaleüçaĝiz (N36 11.822 E29 50.880), einem kleinen Ort an einer Lagune. Zwar wimmelt es vor Touristen mit Rucksäcken, die vermutlich hier eine Wanderung starten, und Souvenirverkaufsständen, doch es ist nur ein einziges Restaurant, das ein bisschen nach warmen Essen aussieht, zu finden. Der Kellner legt uns die Speisekarte vor, sagt aber gleich dazu, dass er nur Huhn und Fisch hat, der Fisch aber tiefgekühlt ist. Wir bestellen also zweimal Huhn und kriegen nach reichlich Wartezeit zwei Kinderportionen paniertes Hühnerfilet, allerdings zum gut doppelten des sonst üblichen Preises! Weil es nieselt, sehen wir uns Kaş (N36 11.937 E29 38.435) vom Auto aus an. Wir machen uns einen Kaffee und schlachten den riesigen Granatapfel, den wir schon vor ein paar Tagen gekauft haben. In Patara fahren wir zum "Sonnenuntergangsplatz", einem herrlichen Platz unter Pinien, von dem man aus auf den unverbauten, kilometerlangen Sandstrand mit Sanddünen blickt. In zehn Minuten ist man am Meer. Zum Sonnenuntergangschauen kommen ein paar Autos, dann sind wir alleine. Km 203/8.570.

  

Sonntag, 6. Oktober 13, Tag 27: Patara

Wir genießen den tollen Platz, sitzen in der Sonne, lesen, hören Radio. Da uns die türkische Musik nicht so toll gefällt, sind wir erfreut, dass wir hier jede Menge griechischer Sender reinkriegen. Einige griechische Inseln sind ja zum Hinüberschreien nahe. Erst als es am späten Nachmittag abkühlt, machen wir uns wieder auf den Weg. Wir sehen uns noch das nahe Xanthos an, eine archäologische Stätte mit Amphitheater und Pfeilergräbern. Es ist schon dunkel, als wir nach Dalaman nach längerer Suche einen Nachtplatz finden. Km 143/8.713.

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