Zurück zur Nördlichen Ostküste

Übersicht 9. Etappe

Von Townsville nach Darwin

Sonntag, 11. Juni 17, Tag 68/371: Flinders Highway

Auf dem Flinders Highway geht es von Townsville nach Westen zurück ins Outback, anfangs noch durch Busch, dann begleiten uns nur noch ebene Weideflächen. Die Orte und Kleinstädte entlang der Route wirken heute am Sonntag wie ausgestorben. In einer winzigen Ortschaft mit dem bezeichnenden Namen "Prairie" trinken wir im gleichnamigen Hotel einen Kaffee. Den Pub ziert eine Sammlung von Cowboyhüten, außerdem kann man auf einem Zahnarztstuhl an der Theke Platz nehmen. Wir übernachten zwischen Julia Creek und Cloncurry neben der Straße. Km 743/11.396/73.786. 

Montag, 12. Juni 17, Tag 69/372: Barkly Highway

In  Mount Isa ergänzen wir unsere Vorräte, denn auf den nächsten 1.300 Kilometern bis Katherine gibt es Lebensmittel und Treibstoff nur begrenzt und zu stark erhöhten Preisen. 

Northern Territory      MESZ + 7½ Stunden      0,18 Einwohner/km2

Die bei weitem meisten Kängurus sehen wir leider nicht durch die Gegend hüpfen, sondern tot am Straßenrand liegen, von Roadtrains getötet. Da die Kadaver nicht weggeräumt werden, dienen sie krähenartigen Vögeln, aber auch Adlern, als Nahrung. Die zweitmeisten Kängurus sehen wir auf den bekannten Verkehrszeichen, gefolgt von Känguruh im Supermarkt, sauber abgepackt zum Grillen, und auf Platz vier rangiert Känguru auf der Speisekarte. Erst dann kommt das durch die Gegend hüpfende Beuteltier, eine Rarität. Von der kontinuierlich nach Westen führenden Fahrt durch abwechslungsloses Buschland gibt es nichts zu berichten. Wir übernachten auf einem weitläufigen Rastplatz 70 Kilometer vor dem Stuart Highway. Km 766/12.162/74.552.

Dienstag, 13. Juni 17, Tag 70/373: Stewart Highway

Einen Highway darf man sich nicht vorstellen wie eine Autobahn in Europa. Highway bezeichnet eine Hauptverbindungsroute, unabhängig von deren Ausbau. Rund um die großen Städte im Südosten sind das mehrspurige Autobahnen, im Outback normale Fernstraßen, in meist gutem Zustand, aber nicht immer asphaltiert. Eine interessante Strecke von Cairns an der Ostküste nach Darwin wäre der Savannah Way, der aber auf 800 Kilometern nicht geteert ist. Um dem Zerberus nicht unnötig Wellblech zuzumuten, haben wir uns für die längere, aber durchgehend asphaltierte Strecke über Flinders-, Barkly- und Stewart Highway, die wir bis Mount Isa bereits auf der Hinfahrt zurückgelegt hatten, entschieden. Am späten Nachmittag nehmen wir in Mataranka ein erfrischendes Bad in den Hot Springs. Als wir wieder in den Stewart Highway einbiegen, schaltet sich das Auto ins Notprogramm, wir sind wieder ohne Turbo unterwegs. Das wird uns nicht besonders beeinträchtigen, denn bis Darwin sind es nur mehr 400 Kilometer und die Strecke hat keine nennenswerten Steigungen. Km 647/12.809/75.199.

Mittwoch, 14. Juni 17, Tag 71/374: Darwin

In der Früh schaue ich mal, ob ich eine Ursache für das Motorproblem finde. Ich lege mich auch unter's Auto und siehe da: Der Ladeluftschlauch, den wir in Malaysia repariert hatten, ist wieder undicht, nicht nur an der reparierten Stelle, er hat auch einen weiteren Riss. Mittlerweile haben wir das Ersatzteil natürlich auf Lager und ich wechsle es gleich. Mit etwas Glück sollte der Turbo nun wieder funktionieren! Doch leider, dieses Glück haben wir nicht. Wahrscheinlich braucht der Motor nur einen Reset. Wir zuckeln also mit 80 bis 100 nach Darwin und kriegen in der Mercedes-Werkstätte einen Termin für morgen Früh. Die sollen sich dann auch gleich die diversen Geräusche des Zerberus anhören. Sind wir gestern Abend noch mit Weste und Jacke draußen gesessen und haben uns frühzeitig ins Auto verzogen, ist es heute in Darwin, nur 400 Kilometer weiter nördlich, kurzärmlig bis in die Nacht hinein angenehm. Km 434/13.243/75.633.

Donnerstag, 15. Juni 17, Tag 72/375: Darwin

Die gute Nachricht des Tages lautet: Ich hatte Recht, der Zerberus'sche Motor brauchte nur einen Reset, damit der Turbo wieder läuft. Leider gibt es auch eine schlechte Nachricht: Die Pumpe der Lenkhydraulik ist kaputt und muss vor der Weiterreise erneuert werden. Der Kostenvoranschlag lässt uns aufstöhnen. Wir verschieben die Reparatur jedenfalls auf den Herbst in der Hoffnung, dass die Pumpe zu Hause deutlich billiger ist als hier in Australien. Den Rest des Tages verbringen wir damit, diverse Einstellplätze unter die Lupe zu nehmen. Ein Storage in der Nähe des Flughafens wäre recht günstig, aber da gibt es nur Platz im Freien ohne jeden Schatten und der Wagen wäre direkt an der Straße hinter einem Zaun geparkt. Nun geht's zu einem Platz in Palmerston, den wir schon kurz nach unserer Ankunft in Australien gesehen hatten, doch dort will man sich nicht mehr an uns erinnern und schon gar nicht an den damals vereinbarten Preis und außerdem hätte man gar nichts frei. Sowas ist echt ärgerlich! Ein weiterer Storage, ebenfalls in Palmerston, ist viel zu teuer, aber immerhin kriegen wir hier die Adresse eines Capervan-Storages beim Flughafen. Der ist privat, keine Firma wie die anderen, und wird von einer Dame, die auf dem Grundstück wohnt, betrieben. Sie hat reichlich Platz, zufällig sogar einen unter Dach. Nach kurzen Verhandlungen ist auch der Preis halbwegs akzeptabel. Wir dürfen sogar hier putzen und zweimal übernachten. Leider zeigt mit der Zerberus seit der Fahrt nach Palmerston bei höherer Drehzahl die Ladekontrollleuchte, es scheint der Flachriemen zu rutschen, weshalb wir morgen nochmals in die Werkstatt fahren müssen. Km 70/13.313/75.703.

Freitag, 16. Juni 17, Tag 73/376: Darwin

Die fälligen Reparaturen unter des Zerberus' Motorhaube werden eine ordentliche Stange Geld verschlingen, denn es ist nun auch die Spannvorrichtung des Flachriemen kaputt. Alles, was mit sich drehenden Rädchen und Kugellagern zusammenhängt, wird vermutlich nicht besser, wenn man es Monate lang nicht bewegt, wie das in den letzten Jahren häufig der Fall war. Am Nachmittag putzen wir das Auto und am Abend brät Susi Kängurufleisch, was ich mir schon lange gewünscht habe. Leider finden wir es beide ziemlich ekelig und verfüttern es an den Hund, der hier dann und wann vorbeistreunt. Km 25/13.338/75.728.

Samstag, 17. Juni 17, Tag 74/377: Perth

Der Vormittag vergeht mit Packen und dem "Einwintern" des Zerberus. Mit Qantas fliegen wir nach Perth. Der Bus, mit dem wir zum internationalen Terminal fahren müssen, verkehrt nur alle 20 Minuten und benützt die Autobahn. Nicht auszudenken, wenn da mal ein Unfall oder Stau vorliegt.  Km 8/13.346/75.736

Sonntag, 18. Juni 17, Tag 75/377: Doha

Via Doha geht es weiter nach München. Wir danken Eva für's Abholen vom Bahnhof!

 

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