Grand Canyon, Monument Valley, Antelope Canyon, Bryce Canyon

Sonntag, 18. November, Tag 6: Hoover-Dam

Auf der Interstate 15 gelangen wir zurück nach Las Vegas, wo wir unsere Vorräte ergänzen. Praktischer Weise haben alle Supermärkte auch am Sonntag offen. Wir sehen uns den zirka 30 Meilen südöstlich von Vegas gelegenen gewaltigen Hoover-Dam mit seiner 223 Meter hohen Staumauer an, die den Colorado-River zum Lake Mead aufstaut. Von der neuen Brücke hat man einen tollen Blick auf den Staudamm. Hier verlassen wir Nevada und kommen nach Arizona. Die Fahrt Richtung Grand Canyon über Kingman und Williams führt durch tolle Prärielandschaften, die noch toller wären, wäre nicht der Highway. Doch ohne diesen kämen wir noch langsamer voran. Es ist auch auf dem Highway mühsam: Erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist 75 mph, knapp 120 km/h. Da geht halt nichts weiter. Wir übernachten auf einem Platz neben der Zufahrtsstraße zum Grand Canyon. Die Nacht ist eiskalt, dafür hat sich das Problem mit der Heizung von selbst ein wenig entschärft. Da wir wild campieren und nicht an eine externe Stromversorgung angeschlossen ist, funktioniert die ultralaute Lüftung der Klimaanlage nicht. So können wir doch ein wenig einheizen, bis der Heizungslüfter irgendwann die Batterie ausgeleert haben wird. Mi 349/479.

Montag, 19. November, Tag 7: Grand Canyon, Little Colorado Canyon

In der Früh ist das Womo von einer dünnen Eisschicht überzogen. Kein Wunder, wir befinden uns auf zirka 2.000 Metern Seehöhe. Kein Wunder auch, dass wir in der Nacht mächtig gefroren haben. Obwohl wir wissen, dass die Rundflüge über den Canyon oft lange im vorhinein ausgebucht sind, versuchen wir am Grand Canyon - Airport unser Glück. Und finden es. Wir brauchen nicht einmal zehn Minuten zu warten, bis eine Cessna Caravan zu einem Rundflug startet. Auf dem 40-minütigen Flug bekommen wir, obwohl wir nur ein winziges Areal umfliegen, einen kleinen Eindruck über die riesige Ausdehnung des Canyons. Wieder auf dem Boden, erstehen wir am Südeingang des Nationalparks um 80 USD ein Ticktet, das ein Jahr lang zur Einfahrt eines Fahrzeuges mit bis zu vier Personen in alle Nationalparks der USA berechtigt. Das ist supergünstig verglichen mit den Parks im südlichen Afrika, wo wir kaum einmal unter 130 USD pro Tag (!) weggekommen sind. Am Mather-Point erreichen wir die Südkante des Canyons, der wir zunächst ein Stück nach Westen folgen, dann wenden und ihr dann bis zum östlichen Parkausgang entlang fahren. Immer wieder gibt es tolle Aussichtsplätze, von denen man Teile des zirka 15 Kilometer breiten und 1.350 Meter tiefen Canyons überblickt. Vom letzten Punkt, dem Desert View Point, sieht man am besten auf den am Grund des Canyons sich schlängelnden Colorado River. Mindestens ebenso spektakulär wie der Grand Canyon ist der wenig bekannte Little Colorado Canyon, den wir kurz nach der Ausfahrt aus dem Nationalpark passieren. Er ist zwar wesentlich kleiner, aber er beeindruckt durch seine Enge und die Steilheit seiner Wände. In der Nähe finden wir ein paar hundert Meter neben der Straße ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten. Mi 78/557.

 

Dienstag, 20. November, Tag 8: Navajo National Monument, Monument Valley

Am Vormittag besichtigen wir das National Monument der Navajo-Indianer. Über ein malerisches Tal blicken wir auf die in einer riesigen Felsnische gelegenen Reste einer vorkolumbianischer Siedlung. Den Nachmittag verbringen wir vor der großartigen Kulisse der Felstürme des Monument Valley. Wir können uns gar nicht sattsehen und fahren erst ab, als mit der Dämmerung die Kälte kommt. Mi 173/730.

 

Mittwoch, 21. November, Tag 9: Antelope Canyon, Colorado Horseshoe Bend

Wir stehen früh auf, um das Monument Valley noch einmal, jetzt im ersten Morgenlicht, zu erleben. Die weitere Fahrt führt durch endlose Prärielandschaften. Kurz vor Page sehen wir uns den Lower Antelope Canyon an (26 USD p.P.!). Hier hat ein Zufluss des Colorado einen engen und verwinkelten Canyon in den Sandstein gegraben. Wir steigen durch eine Spalte im Boden ein und sind im Nu von bizarr geformtem Sandstein umgeben. Dort, wo von oben Licht einfällt, leuchten die bogig geformten Wände in verschiedenen Rot-, Orange- und Goldtönen. Der Canyon ist etwa 400 Meter lang und wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Am Nachmittag machen wir noch einen Abstecher zum Colorado Horseshoe Bend, der hufeisenförmigen Biegung des Colorado River. Susi hat sich leider im Antelope Canyon ein wenig überanstrengt und will den sandigen Weg nicht auf sich nehmen. Dennoch blicke ich nicht alleine von den Klippen zum gebogenen Colorado hinunter, eine Menge Chinesinnen tut das auch. Beim Glen-Dam überqueren wir wieder den Colorado River; hier wird der Fluss zum Lake Powell, dem angeblich größten Wassersportgebiet der USA, aufgestaut.  Mi 228/958.

Donnerstag, 22. November, Thanksgiving, Tag 10: Red Canyon, Bryce Canyon

Wir sind krank. Susi hat gestern schon gehustet und war schon beim Arzt, ich habe Halsschmerzen und beide fühlen wir uns elend. Wir bleiben eine Stunde länger liegen und beschließen beim Frühstück, gemütlich durch den Red Canyon Richtung Bryce Canyon zu fahren. Das war eine gute Idee, stellt sich später heraus, da man den Canyon ohne viel Herumlaufen von verschiedenen Aussichtspunkten überblicken kann, die man gut mit dem Auto erreichen kann. Auf Grund der Seehöhe von über 2.500 Metern ist es so kalt, dass wir ziemlich unser ganzes Gewand anziehen müssen, um nicht zu frieren. Der Canyon besticht durch unzählige Sandsteintürmchen und -pyramiden, die die Erosion übrig gelassen hat. Im ziemlich einzig offenen Restaurant nehmen wir ein verspätetes Mittagessen ein. Man wünscht freundlich Happy Thanksgiving und teilt uns mit, dass wegen dem Feiertag die nicht alkoholischen Getränke im Buffetpreis inbegriffen sind, dafür kostet das Buffet heute statt 11,95 stolze 18,95 Dollar. Plus Steuer und obligatem Trinkgeld versteht sich. Am Nachmittag sind wir auf der Rückfahrt ziemlich alleine auf der Straße. Wahrscheinlich sitzen schon alle im Kreise der Familie beim Truthahn. Bei uns gab's doch mal die Polizistenatrappen. In Amerika ist alles ein bisschen größer, hier gibt es Polizeiautos mit Sheriff drin als Atrappe. Vor dem Zion-Nationalpark machen wir früh Halt, wir wollen uns ja auskurieren. Susi hat auf der Rückfahrt ohnehin schon die meiste Zeit geschlafen, ich fühle mich besser, aber auch noch müde. In der Dämmerung grasen eine Hirschkuh und ihr Junges direkt vor dem Womo. Mi 172/1.130.

 

Freitag, 23. November, Tag 11: Zion-Nationalpark

Wir haben lange geschlafen und fühlen uns besser. Am East-Entrance des Zion-Nationalparks haben wir Glück. Üblicher Weise müssen Wohnmobile und andere breite oder hohe Fahrzeuge im Konvoi und im Einbahnsystem durch den Tunnel fahren, um die maximale Tunnelhöhe ind er Mitte ausnützen zu können. Für diese Fahrzeuge wird dann eine Gebühr von 25 USD eingehoben. Da unser Womo halbwegs klein ist, lässt man uns die Spiegel einklappen und normal und ohne Gebühr durchfahren. Wir fahren im Park den Scenic Drive hoch und wieder runter, können uns aufgrund der sibirischen, nein, hier heißt es wohl alaskischen Temperaturen und der Tatsache, dass wir noch immer nicht ganz fit sind, nicht zu den Spaziergängen entschließen, die zu jenen Punkten führen, an denen der Park seine besondere Schönheit offenbart. Während anderswo die Bäume vielfach schon kahl sind, tragen sie hier noch ihr bunt gefärbtes Laub. Wir verlassen das Gebirge, queren den Highway Las Vegas - Salt Lake City, erreichen wieder Nevada und machen einen Halt an der Cathedral Gorge, wo wir in der Sonne sitzen. Wir übernachten an einem sehr netten Platz unter Pinien neben dem Highway 93. Mi 209/1.339.

 

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