Die Pazifikküste

Dienstag, 27. November, Tag 15: Santa Cruz, Monterey, Carmel

Auf dem Highway Nr. 1 geht es zunächst nach Santa Cruz. Die Stadt, die bekannt ist für ihren Vergnügungspark direkt am Strand, befindet sich schon im Winterschlaf. Zudem ist von Sonne keine Spur zu sehen und es weht ein kalter Wind, sodass unser Spaziergang recht kurz ausfällt. Auch in Monterey und Carmel halten wir uns nur kurz auf. Die Küste ist anfangs flach und die Straße führt durch Felder, die bis ans Meer reichen. Ab Carmel werden die Sandstrände schmäler um später ganz zu schwinden und einer Steilküste zu weichen, in die die Küstenstraße in den 30er-Jahren gebaut wurde. Über -zig Meilen ist die Strecke atemberaubend und von zahlreichen Aussichtsplätzen tun sich spektakuläre Ausblicke auf. Immer wieder müssen wir halten, um die großartigen Panoramen zu genießen. Am Nachmittag wird das Wetter besser und wir sitzen sogar eine Weile in der Sonne. Kurz vor Sonnenuntergang finden wir einen tollen Nachtplatz zirka 200 Meter über dem Meer. Mi 169/2.248. 

Mittwoch, 28. November, Tag 16: Santa Barbara, Hollywood

Wir werden wach und sind seekrank. Draußen geht seit Stunden ein Sturm, der unser Womo schaukelt wie ein Schiff. Auf der kurvenreichen Weiterfahrt auf der Küstenstraße ist der Kübel total schwer auf der Straße zu halten, weil nach jeder Kurve der Wind aus einer anderen Richtung kommt. Erst im Lauf des Vormittags lässt der Wind nach. Leider nicht der Regen. Habe ich schon gesagt, dass es schüttet? It never rains in Southern California ist anscheinend nur ein Songtitel. Wir halten kurz an einer Sandbucht, wo hunderte Robben und Seekühe liegen, denen der Regen nichts auszumachen scheint. Im Besucherzentrum von Hearst Castle kaufen wir nur einen Kaffee und verzichten angesichts des üblen Wetters auf die Besichtigung. Auch der Spaziergang durch die Altstadt von Santa Barbara fällt eher kurz aus. Völlig unkompliziert erreichen wir auf dem Highway 101 Los Angeles und finden auf Anhieb die Universal Studios in Hollywood, auf deren Parkplatz wir campieren. Wir machen noch eine Runde durch den Universal Citywalk, eine Genussmeile mit Lokalen, Geschäften und Kinos, trinken im Hard Rock Cafe ein paar Cocktails und essen schließlich bei Tony Roma's hervorragende Steaks (Sabine, danke für dein Weihnachtsgeschenk!). Mi 262/2.510. 

Donnerstag, 29. November, Tag 17: Los Angeles

Wieder schlechtes Wetter! Ganzen Tag ist es kalt und nieselt es. Allen, die ich schon sagen höre: was jammert er denn, warum fahren sie auch im Winter in die USA?, sei gesagt, dass Los Angeles im November durchschnittlich nur vier Regentage hat! Das ist einfach Pech. Wir beginnen unseren Tag bei den Universal-Sudios mit einer Rundfahrt durch die Filmstudios. Mit einem busähnlichen Gefährt geht es durch teils schon stärker verschlissene Filmkulissen. Zwischendurch werden allerlei Ereignisse inszeniert, etwa eine Springflut, ein Erdbeben und ein Flugzeugabsturz. Mit 3-D-Brillen auf der Nase treffen wir auf King Kong und erleben, was der mit einem Bus voller Touristen anstellt. Die Special-Effects- und Animal-Actors-Shows, die wir nun besuchen, sind leider ein wenig enttäuschend. Die Fahrten zu den Simpsons, zu den Transformers und vor allem ins Reich der Mumien gehen weit über das Feeling einer Achterbahnfahrt hinaus und haben es echt in sich. Nach mehreren 3-, 4- und 5-D-Kinovorführungen ist dann das House of Horrors eine vergleichsweise einfache, aber trotzdem überaus gelungene Attraktion. Kurz vor dem Schließen des Vergnügungsparks setzen wir uns in ein Irisches Pub und trinken hier das teuerste Bier unseres Lebens. Zurück beim Auto sind wir total müde und erschöpft von der Vielzahl der ungewohnten Sinneseindrücke und unnatürlichen Körperbeschleunigungen. Wir gehen noch vor 18 Uhr schlafen. Um ein Uhr sind wir wach und beschließen, den Parkplatz zu verlassen, damit wir nicht einen weiteren Tag Parkgebühr zahlen müssen. Wir fahren den Sunset Boulevard hinunter, parken in einer Seitenstraße des Hollywood Boulevards und legen uns wieder aufs Ohr. Mi 19/2.529. 

Freitag, 30. November, Tag 18: Palm Springs

Trotz Straßenlärm schlafen wir bis 8 Uhr. Das Wetter ist noch schlechter als gestern: Es schüttet aus Wolken, die der Stadt praktisch aufliegen, die Hochhäuser sind Wolkenkratzer im wahrsten Sinne des Wortes. Wir sehen daher nicht den berühmten HOLLYWOOD-Schriftzug auf den Hügeln der Stadt. Wir fahren eine Runde durch das Zentrum und verlassen dann L.A. nach Osten, weg von der Küste und hoffentlich weg vom Schlechtwetter. Und wirklich: Auf halbem Weg nach Palm Springs scheint erstmals kurz die Sonne, in Palm Springs ist das Wetter schön, wenngleich dunkle Wolken in der Ferne in Sicht sind. Palm Springs ist eine in der Wüste künstlich reichlich begrünte Stadt, in der jeder, der in Los Angeles eine Luxusvilla hat, eine Zweit-Luxusvilla hat. Die kurze Hose wird ausgepackt und erstmals die Klimaanlage im Auto in Betrieb genommen. Im Zentrum der Stadt lüftet eine riesige Merylin-Monroe-Statue das Geheimnis, was denn die berühmte Blondine unter dem Kleid trägt. Nördlich der Stadt liegt die Thausand-Palms-Oasis, durch die wir einen Spaziergang machen, bevor wir noch ein Stück Richtung Joshua-Tree-Nationalpark fahren. Mi 169/2.698. 

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