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   Färöer-Inseln    MESZ - 1 Stunde      1 Euro = 7,5 Dänische Kronen     38 Einwohner/km2

Sonntag, 4. Juli 21, Tag 4: Tórshavn

Schon als wir in den Hafen von Tórshavn einfahren, wird klar, dass unsere Handys auf Färöer nicht funktionieren. Kein Netz. Das ist völlig unverständlich, hatten wir doch nicht nur in Tschechien, Deutschland und Dänemark Handyempfang, sondern auch als wir die Südküste Norwegens entlangfuhren und als wir die Shetland-Inseln passierten. Auch andere Reisende berichten über das Problem, mit Färöer gibt es anscheinend kein Roamingabkommen. Die Sache ist natürlich keine Katastrophe, aber unangenehm allemal. Wir steuern ziemlich umständlich (navigieren mit Google Maps funktioniert natürlich nicht) einen Parkplatz südlich von Tórshavn an, werden dabei vom Radar geblitzt, weil ich mich schon außerhalb der Stadt wähne. Lange können wir nicht einschlafen, weil Kinder auf einem nahen Spielfeld Ball spielen und Radau machen. Es geht zwar schon auf Mitternacht zu, aber es ist noch hell, Sonnenuntergang ist erst um halb eins. Km 6/6/1.497.

Montag, 5. Juli 21, Tag 5: Streymoy und Vágar

Erfreulicherweise ist das Radargerät, das uns gestern geblitzt hat, anscheinend nur ein Warngerät, es scheint keine Kamera eingebaut zu sein. Es herrscht dichter Nebel und von der Panoramastraße Oyggjarvegur ist nur die Straße zu sehen, nicht das Panorama. Färöer besteht aus 18 Inseln, von denen die größeren durch Brücken oder Tunnel miteinander verbunden sind. Nirgendwo ist man weiter als fünf Kilometer vom Meer entfernt. Auf Färöer wechselt das Wetter alle paar Kilometer und alle zehn Minuten, sodass wir bald auch viel von der großartigen grünen Landschaft zu sehen bekommen. Durch einen Unterwassertunnel fahren wir auf die Insel Vágar. Wir halten in Sandavágur, einem malerischen Dorf an der Südküste. Neben der fotogenen Kirche befindet sich ein seltsames Denkmal, das eine nackte Frau aus Bronze zeigt, die von einem fliegenden Reiter ihres Kleides beraubt wurde. Ein paar Kilometer entfernt ragt der Hexenfinger, eine über 300 Meter hohe Felsnadel, empor. Wir fahren die Südküste entlang; es gibt reichlich Schafe. In den Dörfern befinden sich immer wieder Grassodenhäuser, auch Neubauten. In Gásadalur, einem Weiler an einem spektakulären Wasserfall, zwingt uns das Ende der Straße zur Umkehr. Auf dem Rückweg halten wir am Flughafen, wo wir für ein paar Minuten Zugang zum WLAN bekommen und unsere Einreiseregistrierung für Island machen. Es geht zurück auf die Insel Streymoy, auf der wir die Vogelkliffe bei Vestmanna besichtigen wollen. Wir haben Glück und ergattern noch zwei Plätze auf dem Ausflugsboot, das uns kurz darauf aus dem Vestmannasund auf die Westseite der Insel bringt. Hier fallen die Klippen hunderte Meter steil ab und in den senkrechten Felsen brüten Vögel. Wir sehen unsere ersten Papageientaucher. Mehrmals fährt unser Boot in Grotten ein. Es ist fantastisch! Wieder mit dem Zerberus wechseln wir auf die Nordostseite der Insel, bewundern Kirchen mit Grasdach und machen einen Abstecher nach Saksun, das auf einer einspurigen Straße durch ein herrlich grünes Tal erreicht wird. In Tjørnuvík, einem kleinen Dorf in einer Bucht an der Nordspitze der Insel finden wir einen Parkplatz direkt am Meer und mit Blick auf die beiden Felsnadeln Risin und Kellingin, der zum Übernachten einlädt. Km 196/204/1.688.

 

Dienstag, 6. Juli 21, Tag 6: Eysturoy

Durch teils dichten Nebel geht es über eine Brücke auf die Insel Eysturoy, wo wir als erstes das Dorf Eiði ansteuern, das nett an einem See gelegen ist. Über eine Bergstraße gelangen wir nach Gjógv, dem vielleicht schönsten Dorf der Insel. Es liegt an einer kleinen Schlucht, an deren Ende Boote steil ins Meer hinuntergelassen werden können. In den nahen Klippen nisten Papageientaucher, Tölpel und andere Vögel. Im aufgestauten Bach mitten im Dorf fahren Kinder mit aus Wasserfässern gebauten Flößen um die Wette. Die bekannteste Sehenswürdigkeit aber ist eine sehr einfache Holzbank, auf der Prinzessin Mary bei einem Besuch 2006 Platz genommen hat. Seither kommen viele Besucher her, um sich auf Mary's Bank fotografieren zu lassen. In Elduvík stellt eine Bronzestatue Mermennil, das Meermännchen, bei der Arbeit dar: Es macht den Fischern das Leben schwer, indem es Köder und Angelhaken stiehlt und die Leinen abreißt. Nochmals über die Berge geht es nach Hellurnar, einem Dorf mit vielleicht 20 Häusern, in dem sich das angeblich kleinste Feuerwehrhaus der Welt befindet. Was es beherbergt ist unklar, ein Feuerwehrauto jedenfalls nicht, dafür ist es zu klein. Hier treffen wir Olaf, einen vielleicht dreißigjährigen Mann, der zwar das Geheimnis auch nicht lüften kann, uns aber in einer halben Stunde mehr über das Klima, die Schafzucht und das Leben auf den Färöern erzählt, als wir aus einem Reiseführer entnehmen könnten. Er will morgen mit etwa 15 Leuten seine Schafherde aus den Bergen heruntertreiben und in den nächsten Tagen die etwa 80 Tiere scheren. In Fuglafjørður, der zweitgrößten Stadt des Landes, wollen wir einen Stadtbummel machen, doch der fällt sehr kurz aus, da sich eine Bauchgrippe meiner bemächtigt hat. Übernachten wollen wir hier aber auch nicht, weil es vom Hafen her sehr laut ist. In Norðragøta finden wir hingegen einen ruhigen Platz. Km 137/341/1.825.

Mittwoch, 7. Juli 21, Tag 7: Tórshavn

Wir fahren zurück nach Tórshavn, wo wir einen Termin zum Corona-Test haben. Wir machen den Test freiwillig, obwohl wir vollständig geimpft sind, weil sie uns auf der Fähre gesagt haben, dass die Einreiseformalitäten für Island schon an Bord erledigt werden können, wenn man testen war. Nun unternehmen wir einen Stadtbummel; Tórshavn ist mit gut 20.000 Einwohnern eine der kleinsten Hauptstädte der Welt. Es gibt kaum Sehenswürdigkeiten, den Hafen, Häuser mit Grasdach, eine alte Kirche, eine moderne neue Kirche mit weithin sichtbarem pyramidenförmigem Turm, ein paar Skulpturen, eine Fußgängerzone, in der absolut nichts los ist. Da ich in den letzten Tagen ein paarmal gefroren habe, kaufe ich mir eine warme Jacke. Die Auswahl im Laden ist gering. Schließlich ist Sommer, sagt der Verkäufer. Mit einem Ausflug nach Kirkjubøur beschließen wir unseren Besuch auf den Färöern. Hier gibt es die einzige noch immer verwendete Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die Olafskirche, zu besichtigen, sowie die Ruine eines Doms, ebenfalls aus dem Mittelalter. Nun machen wir uns für die Einschiffung fertig: Tasche packen, tanken (Diesel hier 1,06, in Island jenseits 1,70), WLAN suchen und Mails checken (Mist, der Befund vom Corona-Test ist noch nicht da!). Wieder mit der Norrøna verlassen wir Tórshavn. Fast eine Stunde stehe ich mir in der Schlange vor den beiden isländischen Grenzbeamten die Beine in den Bauch. Die anderen in der Schlange, die beim freiwilligen Corona-Test waren, haben auch noch keine Ergebnisse, die werden angeblich den Beamten direkt übermittelt. Aber man interessiert sich ohnehin nicht für den Test. Wer vollständig geimpft ist und die Online-Einreiseregistrierung gemacht hat, bekommt ein grünes Papier für die Windschutzscheibe bei der Ausfahrt. Fertig! Km 101/442/1.927.

 

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