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   Island: Der Süden

Sonntag, 11. Juli 21, Tag 11: Vík í Mýrdal

Leider sind unsere Bordbatterien (schon wieder!) am Ende. Am Morgen ist nicht mehr genug Saft für die Heizung drin. Wir lösen das Problem höchst elegant, indem wir über Nacht den Kühlschrank abschalten, dann können wir in der Früh heizen. Heute scheint schon am Morgen die Sonne und wir werden warme 18 Grad bekommen. Über viele Kilometer durchfahren wir Sander, flaches und ödes Schwemmland. Dann halten wir in Nupsstadur, einem idyllisch am Berghang gelegenen, stillgelegten, alten Bauernhaus mit Torfkellern und einer winzigen Kirche samt Friedhof. In Kirkjubæjarklaustur gibt es mitten auf einer Wiese ein "Kirkjugólf" genanntes, wie mit Steinen gepflastert aussehendes Areal, von dem man früher vermutete, es sei der Boden einer verfallenen Kirche. Es handelt sich aber um Basaltsäulen, deren Oberfläche durch Verwitterung geglättet wurde. Am Fjaðrárgljúfur, einem etwa hundert Meter tiefen Canyon, gehen wir nicht den steilen Weg zum Aussichtspunkt hinauf, sondern finden ein Sträßchen, von dem aus wir ihn  halbwegs eben erreichen. Nun führt die Ringstraße über zig Kilometer durch ein Lavafeld, das durch einen Vulkanausbruch 1783/84 entstanden ist. Die Lavabrocken sind von dickem Moos überzogen, aber sonst gibt es, außer spärlichen Grasbüscheln dort und da, noch immer keinen Bewuchs. Die Kirche in Vík kommt uns sehr bekannt vor, ziert sie doch den Umschlag unseres Reiseführers. Wir spazieren am schwarzen Strand bis zu Klippen, in denen viele Vögel nisten. Auf der anderen Seite dieser Klippen liegt der Strand Reynisfjara. Leider ist es hier ziemlich überlaufen, alle wollen die Basaltsäulen sehen, außerdem hat man einen schönen Blick auf das Kap Dyrhólaey. Das Kap sieht aus der Ferne wie eine Insel aus, doch es ist über eine schmale Landbrücke erreichbar. Eine sehr steile Schotterpiste führt zum Leuchtturm hinauf. Die Aussicht ist grandios. Wir campieren in einer Schottergrube ein wenig abseits der Ringstraße. Während ich am Computer arbeite, läuft ein Polarfuchs ganz nah am Zerberus vorbei. Km 212/699/2.626.

 

Montag, 12. Juli 21, Tag 12: Skógar

Heute nieselt es den ganzen Tag fast durchgehend. Wir sehen uns zunächst den letzten Gletscher in der Gegend an, den Sólheimajökull. Dann geht es weiter nach Skógar, wo die zwei Wasserfälle Kvernufoss und Skógafoss, sowie ein riesiges (ein ganzes Dorf ist Museum!) ausgezeichnetes historisches, naturwissenschaftliches und technisches Museum auf uns warten. Ein Stück weiter gibt es ein Freibad, in dem man in Thermalwasser baden kann. Was macht es da, dass es regnet? Das Bad Seljavallalaug wurde 1923 errichtet (sieht auch so aus) und ist durch einen längeren Fußmarsch und eine Bachquerung erreichbar. Zum Abschluss des Tages sehen wir uns noch die beiden Wasserfälle Seljalandsfoss und Gljúfrabúi an. Wir übernachten an einer Raststätte in Hvolsvöllur. Km 85/784/2.711.

 

Dienstag, 13. Juli 21, Tag 13: Hekla

Auf dem Weg zu Islands vielleicht bekanntestem Vulkan, der Hekla, liegt der Wasserfall Thjófafoss, der sich in einen smaragdgrünen See ergießt. Die Hekla trägt über einer Schneekappe fast immer eine Wolkenhaube, auch uns ist ein ungetrübter Blick auf den Berg nicht vergönnt. Aber man kann bis fast ganz hinauf auf das 1.491 Meter hohe Massiv fahren. Zumindest theoretisch. Für uns ist auf etwa 850 Meter Schluss, da ab hier die Piste nicht mehr gewartet wird und tiefe Längsgräben das Fahren fast unmöglich machen. Ein Geländewagen eines Tour Operators kommt 50 bis 100 Meter höher, aber dann ist auch für ihn Endstation. Aber auch wenn wir nicht den Gipfel erreichen, der ohnehin in Wolken liegt, der Blick über unendliche Lavafelder und etliche Krater unter uns ist überwältigend. Auch die Strecke zu zwei weiteren bekannten Wasserfällen, Háifoss und Gullfoss, ist weitgehend nicht asphaltiert und mehr oder weniger rumpelig. Háifoss ist mit 128 Metern der höchste Wasserfall und Gullfoss mit 170 Metern Breite vielleicht der spektakulärste. Am Abend sehen wir uns noch den Geysir an. Nicht irgendeinen, sondern den. Den Urgeysir, der allen anderen den Namen gegeben hat. Er ist leider nur mehr höchst selten aktiv, doch gleich daneben spuckt der Strokkur alle paar Minuten eine Fontäne in die Luft. Wir übernachten ganz in der Nähe auf dem Campingplatz Skjól. Km 251/1.035/2.962.

   

 

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